Juni 22

Heile dein inneres Kind: 5 Schritte, wie du mit dir und anderen Frieden schliessen kannst

Von Dominique Rychner

Hast du dich auch schon gefragt, weshalb du in deinem Leben immer wieder mit den gleichen Problemen konfrontiert wirst? Weshalb dich deine Vergangenheit immer wieder einholt und dich daran hindert, dich frei zu entfalten und dein Glück zu finden? Der Grund für deine heutigen Probleme liegt mit grosser Wahrscheinlichkeit in deiner Kindheit. Und hat viel mit alten Prägungen und Verletzungen zu tun. Damit die alten Wunden heilen können, braucht dein inneres Kind besondere Aufmerksamkeit. Diese 5 Schritte helfen dir dabei.

Unsere Kindheit prägt unser späteres Leben. Vor allem die ersten Jahre bis zur Einschulung bestimmen unsere Persönlichkeit und unser Selbstwertgefühl als Erwachsene. Jeder erwachsene Mensch war früher einmal Kind. Dieses Kind wurde mit zunehmendem Alter zum «inneren Kind» und bestimmt heute unsere Gefühlswelt.

Negative Erlebnisse, Erfahrungen und Kränkungen, die wir als Kind erlebt, gefühlt und gemacht haben, bleiben tief in uns verwurzelt und können unser heutiges Verhalten unbewusst beeinflussen. So lassen sich viele Ängste und Konflikte auf diese kindliche Prägung zurückführen.

Das glückliche und das verletzte Kind

Bei den meisten Menschen war nicht alles schlecht in der Kindheit. Viele haben schöne Momente voller Ausgelassenheit, Glück und Freude erlebt. Aus diesem Grund lässt sich das innere Kind in das «verletzte innere Kind» und das «glückliche innere Kind» unterteilen. Überwiegen die schönen Momente, starten wir mit viel Selbstbewusstsein und Stärke ins Erwachsenenleben.

Überwiegen Enttäuschungen, Schmerz und Wut, kommt uns das verletzte innere Kind im Erwachsenenleben in die Quere und hindert uns daran, unser volles Potenzial zu entfalten. Häufig zeigen sich diese Verletzungen in Form von plötzlich auftretendem Ärger und plötzlich auftretender Wut. Auch undiszipliniertes oder abhängiges Verhalten hat seine Wurzeln oftmals in einem verletzten inneren Kind. Damit wir uns von der Vergangenheit befreien können und mit uns in Reine kommen, müssen wir Frieden mit unserem inneren Kind schliessen.

5 Schritte zu einem glücklichen inneren Kind

1. Schritt: Versöhne dich mit der Vergangenheit

Damit du mit deinem inneren Kind in Kontakt treten kannst, musst du dich der Vergangenheit stellen. Häufig verdrängen wir negative Erfahrungen und überspielen sie. Doch negative Emotionen lassen sich nicht so einfach beiseiteschieben: Sie beeinflussen uns weiterhin. Wenn du mit deinem inneren Kind in Verbindung treten willst, lass auch das Negative zu: Akzeptiere, was früher geschehen ist, versuche es abzuhaken und hinter dir zu lassen. Nur wenn du dich deinen Gefühlen stellst, kann ein Heilungsprozess stattfinden.

2. Schritt: Löse dich von deinen alten Glaubenssätzen

Glaubenssätze sind unbewusste Überzeugungen, die tief in unserem Unterbewusstsein verankert sind. Negative Glaubenssätze hindern uns daran, neue Dinge zu wagen, nach vorne zu blicken und sich selbst zu verwirklichen. Hast du als Kind oft negative Sätze gehört? Zum Beispiel: «Das kannst du nicht». «Du bist nicht gut genug». «Du bist nichts wert». «Das kriegst du eh nicht hin» oder «Du verdienst das nicht». Dann wirst du dir auch im Erwachsenenalter wenig zutrauen. Die negativen Glaubenssätze können dein gesamtes Handeln beeinflussen und dich kleiner und die anderen grösser machen. Als Folge gerätst du immer wieder in eine Sackgasse.

Höchste Zeit also, diese Glaubenssätze aus der Kindheit loszulassen und in positive Formulierungen umzuwandeln. Denn du kannst das ganz hervorragend, du bist sehr wohl gut genug und du verdienst definitiv alle Liebe und Zuwendung dieser Welt. Das Umpolen zum positiven Denken braucht seine Zeit. Doch es lohnt sich: Wenn du dich immer wieder positiv bestätigst und dein glückliches inneres Kind nährst, kannst du alles schaffen, was du willst. Das Gerede der anderen kann dir ganz egal sein. Denn du glaubst an dich.

3. Schritt: Schliesse Frieden mit alten Verletzungen

Wurdest du als Kind verletzt? Hast du von deinen Eltern wenig Aufmerksamkeit und Liebe bekommen? Konntest du deine kindlichen Bedürfnisse nicht ausleben? Seelische Verletzungen prägen uns und hinterlassen Wunden, die nie wirklich heilen konnten. Doch es ist nie zu spät für den Heilungsprozess.

Verbinde dich mit deinem verletzlichen Kind, nimm es in den Arm, tröste es und schliesse Frieden mit dem, was geschehen ist. Sag deinem inneren Kind all die Dinge, die du damals gerne gehört hättest. Sag ihm, dass Emotionen wie Ärger, Enttäuschung, Verzweiflung und Wut völlig ok sind. Versichere ihm, dass es nicht allein ist und gib ihm die Geborgenheit und die Liebe, die es damals vermisst hat.

4. Schritt: Stärke dein glückliches inneres Kind

Um alte Wunden zu heilen und endlich frei für ein zufriedenes, erfülltes Leben zu sein, solltest du dein verletzliches inneres Kind trösten und gleichzeitig dein glückliches inneres Kind stärken. Denn es steht für das Selbstbewusstsein, mit dem du durchs Leben gehst, mit dem du dich Herausforderungen stellst und mit dem du genau das tust, was dich glücklich macht.

Erinnerst du dich an die wundervollen Momente in deiner Kindheit, als die Welt noch in Ordnung war? Als es keine Sorgen gab und du dich rundum geborgen fühltest? Aus diesen Momenten kannst du neue Kraft und Stärke schöpfen. Auch wenn der Alltag, der Job oder die Beziehung so manche Herausforderungen bereithält – dein glückliches Kind gibt dir die Kraft, Probleme zu bewältigen und positiv nach vorne zu blicken.

5. Schritt: Entdecke deine Bedürfnisse neu

Wenn du dich intensiver mit deiner Vergangenheit beschäftigst und die Wurzeln deiner Verhaltensmuster erkennst, wirst du deine eigenen Bedürfnisse neu entdecken. Was willst du wirklich im Leben? Was macht dir Spass? Welche Ziele willst du erreichen? Viel zu lange hast du deine Bedürfnisse, Träume und Wünsche in den Hintergrund gestellt, weil dir der Mut und das Selbstvertrauen zur Verwirklichung gefehlt haben. Doch mit neuem Selbstbewusstsein steht dir die Welt offen.

Fazit

Durch die Auseinandersetzung mit dem inneren Kind erhältst du Zugriff auf ein sehr wichtiges Potenzial: deine eigenen Gefühle. Du lernst, diese Kraft zu beherrschen und bewusst zu nutzen. Verhält es sich jedoch genau umgekehrt und die Kraft beherrscht dich statt du sie, ist das für deine persönliche Entwicklung hinderlich.

Im Alltag bedeutet das, dass viele Bedürfnisse nicht mehr untergehen. Dass du dich und andere ernst nimmst, dass du Grenzen aufzeigen und Grenzen einhalten kannst und dass du dich nicht vor Konflikten, Kritik und Rückschlägen scheust. Sprich: Dass du Tag für Tag lebst!

Ich habe mich mit meinem inneren Kind versöhnt

Ehrlich geschrieben, habe ich das innere Kind früher als «Psychokram» abgetan. Dementsprechend war der Zugang zu meiner Gefühlswelt blockiert. Je mehr ich mich mit meinem inneren Kind auseinandergesetzt habe und ihm im Rahmen einer Familienaufstellung in die Augen schaute, desto mehr hat mich die Arbeit mit dem inneren Kind fasziniert.

In der Zwischenzeit liebe ich meinen Kleinen! Ich weiss, dass Gefühle wahrnehmen und Gefühle zeigen, keine Schwächen sind. Sondern Stärken. Aus diesem Grund ist die Arbeit mit dem inneren Kind in meiner systemischen Coaching-Praxis und bei meinen Familienaufstellungen auch nicht mehr wegzudenken. Möchtest auch du dein inneres Kind kennenlernen? Buche einen kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerntermin und ich zeige dir, wie du dich mit ihm vertraut machst!


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