April 10

Wie Verstrickungen auf Beziehungen wirken können

Gerade in Beziehungen ist es oft zutreffend, dass Verstrickungen und unbewusste Dynamiken mit Ahnen einen grossen Einfluss auf die Verbindung zu Partnern haben kann. Anschliessend sind mögliche Thematiken aufgeführt, wie solche Traumas und Verhaltensweisen die Beziehungsfähigkeit stören.
Im Familienstellen können solche Verstrickungen entdeckt und aufgelöst werden und so kann Ihr Beziehungsleben neuen Schwung erfahren.

Einundzwanzig unsichtbare Dynamiken, die Beziehungen beeinflussen können

Aus dem Buch „It Didn’t Start With You“ von  Mark Wolynn, Penguin Verlag
Kapitel 12, „The Core Language of Realtionships“
Übersetzt von Armin Müller

1. Sie hatten ein schwieriges Verhältnis zu Ihrer Mutter.
Was ungelöst ist mit Ihrer Mutter, wird sich wahrscheinlich mit Ihrem Partner wiederholen.

2. Wenn Sie einen Elternteil anklagen, verurteilen oder zurückweisen.
Die Emotionen und Verhaltensweisen welche Sie von einem Elternteil zurückweisen, werden möglicherweise unbewusst in Ihnen weiterleben. Vielleicht projizieren Sie diese Beanstandungen auf Ihren Partner. Es kann auch sein, dass Sie einen Partner anziehen, welche die ähnlichen Qualitäten des zurückgewiesenen Elternteils aufweist. Möglicherweise gleichen Sie diese Zurückweisung mit Beziehungsproblemen aus. Eventuell verlassen Sie Ihren Partner oder werden von ihm verlassen. Die Beziehung fühlt sich vielleicht leer an oder Sie bevorzugen es, alleine zu sein. Eine nahe Verbindung zum gleichgeschlechtlichen Elternteil hingegen stärkt die Kapazität, zu seinem Partner zu stehen.

3. Sie sind mit den Gefühlen eines Elternteils verbunden.
Wenn ein Elternteil negative Gefühle zum Gegenüber hat, ist es möglich, dass Sie diese Gefühle auch zu ihrem Partner haben. Beziehungs-Unzufriedenheit kann über die Generationen weitergetragen werden.

4. Sie erlebten einen Unterbruch in der frühen Verbindung mit Ihrer Mutter.
Mit dieser Dynamik ist es wahrscheinlich, dass Sie beim Versuch eine intime Verbindung mit einem Partner aufzunehmen, eine Form von Ängstlichkeit erfahren. Oft steigert sich diese Angst, wenn sich die Beziehung vertieft. Unbewusst, dass diese Angst aus dem frühen Bruch mit Ihrer Mutter stammt, suchen Sie vielleicht Fehler beim Partner oder schwören Konflikte herauf, die es Ihnen ermöglichen, sich aus dieser Nähe zurückzuziehen. Sie fühlen sich vielleicht auch bedürftig, anhänglich, eifersüchtig oder unsicher. Oder anderseits erscheinen Sie unabhängig und verlangen nicht viel von einer Beziehung oder Sie vermeiden es ganz, in Beziehung zu sein.

5. Sie haben sich um die Gefühle eines Elternteils gesorgt.
Idealerweise sind Eltern gebend und Kinder bekommen. Für manche Kinder mit einem betrüblichen, depressiven, ängstlichen und unsicheren Elternteil kann der Fokus mehr auf das Geben von Trost und Beruhigung sein, statt selber Zuneigung zu bekommen. In einer solchen Dynamik kann es sein, dass die eigenen Bedürfnisse des Kindes sekundär sind. Der Zugang zu seinem Bauchgefühl wird überschattet von der Gewohnheit zu sorgen, statt umsorgt zu werden. Später im Leben geben sie dann zu viel ihren Partnern und belasten somit die Beziehungen. Oder das Gegenteil, die Bedürfnisse des Partners erdrücken und belasten einem. Man wird ärgerlich und emotional blockiert, wenn sich die Beziehung entwickelt.

6. Ihre Eltern waren unglücklich zusammen.
Wenn Ihre Eltern sich abgemüht haben und nicht gut auskamen, ist es möglich, dass Sie sich auch nicht mehr erlauben, als die Eltern gehabt haben. Eine unbewusste Loyalität macht, dass Sie sich nicht glücklicher als sie fühlen können, auch wenn Sie wissen, dass Ihre Eltern ihnen das gönnen. In Familien wo Freude limitiert war, kann es sein, dass Kinder sich schuldig oder unwohl fühlen, wenn sie glücklich sind.

7. Ihre Eltern haben sich getrennt.
Falls Ihre Eltern nicht zusammen geblieben sind, ist es möglich, dass auch Sie sich unbewusst trennen werden. Es kann vorkommen, wenn Sie im gleichen Alter sind, die gleiche Zeit in der Partnerschaft verbracht haben oder wenn Ihr Kind im gleichen Alter ist, als Sie es waren, als sich Ihre Eltern sich getrennt haben. Es kann dann eine Trennung geben oder Sie ziehen sich emotional vom Partner zurück.

8. Jemand der Eltern oder Grosseltern hat jemanden sitzen gelassen.
Falls Ihr Vater oder Grossvater eine Verlobte sitzen gelassen hat, kann es sein, dass Sie als Tochter oder Enkelin es unbewusst büssen, indem auch Sie Single bleiben, wie diese Frau. Sie fühlen sich als nicht gut genug, wie die Frau, die nicht gut genug für Ihren Vater oder Grossvater war.

9. Die grosse Liebe Ihrer Mutter hat ihr das Herz gebrochen.
Sie als Kind können sich unbewusst mit dem Schmerz Ihrer Mutter verbinden. Sie verlieren vielleicht Ihre erste grosse Liebe oder tragen den Liebesschmerz Ihrer Mutter weiter, fühlen sich unvollkommen oder nicht gut genug, wie die Mutter. Sie fühlen vielleicht, dass Sie nie den Partner haben, den sie möchten. Als Sohn kann es sein, dass Sie diese grosse Liebe energetisch ersetzen und so wie ein Partner der Mutter werden.

10. Der Vater hatte grossen Liebeskummer erlebt.
Als Kind können Sie diesen Kummer übernehmen. Auch Ihnen kann es passieren, dass Ihr Herz so gebrochen wird. Sie fühlen sich vielleicht nicht gut genug oder zurückgewiesen wie Ihr Vater. Sie haben das Gefühl, nie den Partner zu bekommen, den Sie möchten. Als Tochter möchten Sie energetisch diese grosse Liebe Ihres Vaters ersetzen und werden so wie eine Partnerin des Vaters.

11. Ein Vorfahre wurde und blieb Single.
Falls jemand Ihrer Eltern oder Grosseltern nach Tod oder Trennung allein blieb, kann es auch für Sie zutreffen. In Beziehung generieren sie Konflikte und Abstand und fühlen sich dann alleine. In stiller Treue finden Sie einen unbewussten Weg, das Alleinsein zu teilen.

12. Ein Vorfahre hat in der Ehe gelitten.
Zum Beispiel liebeslose Ehe, Alkoholprobleme, Spiel- oder andere Süchte, Trennung, oder alleinerziehend. Es ist möglich, dass Sie diese Erfahrungen unbewusst mit Ehe assoziieren. Vielleicht wiederholen sich diese Muster bei Ihnen oder Sie weigern sich, eine verpflichtende Bindung einzugehen, aus Angst, das Gleiche könnte Ihnen passieren.

13. Ein Elternteil wurde vom anderen herabgewürdigt.
Es kann sein, dass Sie auch von Ihrem Partner herabgesetzt und/oder verunglimpft werden.

14. Ein Elternteil verstarb jung.
Falls Sie einen Elternteil als kleines Kind verloren haben, kann es sein, dass Sie sich trennen oder emotional von Ihrem Partner distanzieren, wenn Sie im gleichen Alter sind, wie Ihr verstorbener Elternteil, die gleiche Zeit in Beziehung leben oder Ihr Kind im gleichen Alter ist, als Sie es damals waren.

15. Ein Elternteil hat den anderen schlecht behandelt.
Falls Ihr Vater Ihre Mutter schlecht behandelt hat, kann es sein, dass Sie als Sohn Ihre Partnerin auch so behandeln, damit Ihr Vater nicht alleine der Böse ist. Als Tochter kann es sein, dass Ihr Partner Sie auch so behandelt oder Sie sich distanziert fühlen. Es kann dann schwierig für Sie sein, glücklicher als Ihre Mutter zu sein.

16. Sie haben einen ehemaligen Partner stark verletzt.
Falls Sie einen früheren Partner sehr verletzt haben, kann es sein, dass Sie unbewusst diese Tat ausgleichen wollen, indem Sie Ihre neue Beziehung sabotieren. Der neue Partner kann unbewusst das Gefühl haben, dass ihm Gleiches widerfährt und darum eine gewisse Distanz zu Ihnen bewahrt.

17. Sie hatten sehr viele verschiedene Beziehungen.
Falls Sie sehr viele verschiedene Partner hatten, kann es sein, dass Ihre Möglichkeit sich tief in einer Beziehung zu verbinden, verringert ist. Trennungen werden leichter. Beziehungen verlieren ihre Tiefe.

18. Sie hatten einen Schwangerschaftsabbruch oder gaben ein Kind zur Adoption frei.
Mit Ihrem Schuldgefühl, Reue oder Bedauern ist es möglich, dass Sie sich nicht viel Freude in einer Beziehung erlauben.

19. Sie waren die/der Vertraute Ihrer Mutter.
Als Junge versuchten Sie, die ungestillten Bedürfnisse Ihrer Mutter zu befriedigen und unterstützten sie mit allem, was sie dachte, bekäme sie nicht von Ihrem Vater. Später finden Sie es schwierig, sich in einer Beziehung zu verpflichten. Sie verschliessen sich vielleicht physisch oder emotional, aus Angst Ihre Partnerin will und braucht zu viel, so wie Ihre Mutter. Ein Junge, der ein Vertrauter seiner Mutter war, kann sehr schnell Beziehungen zu Frauen eingehen. Er wird zum Frauenversteher und hinterlässt eine Spur von gebrochenen Herzen. Die Heilung wäre ein tiefere Verbindung zu seinem Vater.

20. Sie waren der Liebling des Vaters.
Eine Tochter, die näher zu Ihrem Vater steht als zur Mutter, fühlt sich oft unzufrieden mit den Partnern, die sie aussucht. Die Wurzel des Problems ist nicht der Partner, es ist die Distanz, die sie zu ihrer Mutter spürt. Die Beziehung zur Mutter kann ein Indikator dafür sein, wie befriedigend die Beziehung zum Partner ist.

21. Jemand in der Familie blieb Single.
Sie können mit einem Elternteil, Grosselternteil, Tante, Onkel oder Geschwister unbewusst verbunden sein, der/die nie geheiratet hat. Vielleicht wurde diese Person herabschauend betrachtet, lächerlich gemacht oder als weniger Wert wie andere Familienmitglieder angesehen. Unbewusst verstrickt, kann es sein, dass Sie auch nicht heiraten wollen.


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